Spinalkanalstenose

Häufigste OP-Indikation 65+

Spinalkanalstenose

Warum sich Ihr Gehvermögen verringert – und was dagegen getan werden kann.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Der Spinalkanal ist der knöcherne Kanal in der Wirbelsäule, durch den Rückenmark und Nervenwurzeln verlaufen. Bei einer Spinalkanalstenose (Wirbelkanalstenose) wird dieser Kanal an einer oder mehreren Stellen verengt – die Nervenstrukturen werden komprimiert und nicht ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt.

Die häufigste Form ist die lumbale Spinalkanalstenose (LWS). Sie ist die häufigste Ursache für Wirbelsäulenoperationen bei Menschen über 65 Jahren. Seltenere Formen betreffen die Halswirbelsäule (zervikale Myelopathie) oder die Brustwirbelsäule.

Typische Symptome

Nicht jede Form ist gleich – je nach Lokalisation und Schweregrad zeigen sich unterschiedliche Beschwerden.

Rücken- & Beinschmerzen

Dumpfe Rückenschmerzen, die sich beim Stehen und Gehen verschlimmern. Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in einem oder beiden Beinen.

Claudicatio spinalis (Schaufensterkrankheit der Wirbelsäule)

Typisches Zeichen: Die Gehstrecke ist begrenzt. Nach wenigen hundert Metern treten Schmerzen, Kribbeln oder Schwäche in den Beinen auf. Vorbeugen (Abstützen am Einkaufswagen, Fahren im Fahrradlenker) verschafft sofort Erleichterung – weil der Spinalkanal dabei geringfügig weiter wird.

Fortgeschrittenes Stadium

Beschwerden auch in Ruhe oder im Sitzen, Taubheit und Schwäche dauerhaft, Schwierigkeiten beim Gehen ohne Abstützen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine präzise Diagnose ist die Voraussetzung für die richtige Behandlung. Wir nutzen:

MRT (Magnetresonanztomographie) – Goldstandard, zeigt Ausmaß der Einengung und mögliche Rückenmarksschäden · CT-Myelographie bei MRT-Kontraindikation · Elektrophysiologie (SEP, MEP, NLG) zur Beurteilung der Nervenleitfähigkeit

Behandlungsmöglichkeiten

Kein Eingriff ohne Notwendigkeit – keine Entscheidung ohne Ihre Zustimmung. Wir beginnen immer mit dem schonendsten, wirksamen Ansatz.

Konservative Therapie

Physiotherapie

Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Flexionsübungen der Wirbelsäule (Vorbeugen entlastet den Kanal). Ziel: Aufbau einer muskulären Stütze und Linderung der Symptome.

Schmerztherapie

Entzündungshemmende Medikamente (NSAR), bei Bedarf schwächere Opioide kurzfristig, topische Wärmebehandlung.

Epidurale Infiltrationen / PRT

Gezielte Injektion eines Kortikosteroids in den Epiduralraum oder an die Nervenwurzeln – kann Entzündung reduzieren und Beschwerden monatelang lindern.

Operative Eingriffe

Laminektomie / Laminotomie (Dekompression)

Operative Erweiterung des Spinalkanals durch Entfernung von Knochen- und Weichteilanteilen, die ihn verengen. Minimal-invasive Varianten (Hemilaminektomie, tubulare Dekompression) sind möglich. In 70–80 % der Fälle deutliche Beschwerdebesserung.

Spondylodese (Stabilisierung)

Bei gleichzeitiger Instabilität (Wirbelgleiten, Spondylolisthese) wird die Dekompression mit einer Schrauben-Stab-Versteifung kombiniert, um Stabilität zu gewährleisten.

Indikation: Indikation: therapieresistente Beschwerden nach mehr als 12 Wochen konservativer Therapie, neurologische Ausfälle (Kraft- und Sensibilitätsverlust), oder Claudicatio spinalis mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität.

Nach Dekompression berichten 70–80 % der Patienten über eine deutliche Verbesserung der Gehstrecke und der Schmerzen. Bei frühzeitiger Operation können bleibende Nervenschäden verhindert werden. Ohne Behandlung schreitet die Stenose meist langsam fort.

Was Patienten uns oft fragen

Muss eine Spinalkanalstenose immer operiert werden?
Nein. Milde bis moderate Stenosen werden zunächst konservativ behandelt (Physiotherapie, Schmerztherapie, Infiltrationen). Eine Operation ist erst indiziert, wenn diese Maßnahmen nach 12 Wochen nicht ausreichend wirken oder wenn neurologische Ausfälle bestehen.
Was ist das "Einkaufswagen-Zeichen"?
Bei lumbaler Spinalkanalstenose verbessern sich die Beschwerden typischerweise, wenn man sich vorbeugt – z. B. beim Abstützen an einem Einkaufswagen. Das liegt daran, dass die Vorbeuge-Haltung den Spinalkanal leicht erweitert und den Nervendruck reduziert. Dieses Zeichen ist so charakteristisch, dass es diagnostisch verwertbar ist.
Wie lange hält das Operationsergebnis an?
In den meisten Fällen ist die Besserung nach Dekompression dauerhaft. Allerdings kann es – besonders bei degenerativer Grunderkrankung – im Verlauf zu erneuten degenerativen Veränderungen kommen. Regelmäßige Physiotherapie nach der OP unterstützt das langfristige Ergebnis.
Kann ich mit Spinalkanalstenose Sport treiben?
Ja – Bewegung ist wichtig. Geeignet sind Radfahren (leicht vorgebeugte Haltung entlastet), Schwimmen und Walking. Aktivitäten mit Überstreckung der Wirbelsäule (z. B. intensives Rückenschwimmen) sollten vermieden werden.

Kommen Sie in unsere Praxis

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Diagnostik, erklären Befunde verständlich und besprechen mit Ihnen jeden Schritt. Drei Standorte in NRW – Duisburg, Mönchengladbach und Wesel.

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